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Allgemeine Information zur Vogelgrippe

Sind Haustiere gefährdet?

Für Vögel endet eine Infektion mit dem gefürchteten Erreger fast immer tödlich. Doch wie sieht die Situation für Katzen, Hunde und andere Haustiere aus?
Die Gefahr einer Ansteckung ist da - die Chance für Haustiere zu erkranken ist aber gering.
Schweine sind bekannt dafür, dass sie unterschiedliche Virenstämme, also Vogelgrippe als auch menschliche Grippeviren, tragen können.
Das H5N1 Virus scheint allerdings im Lauf der Zeit sein Wirtsspektrum erweitert zu haben. Während es bis zum Jahr 2000 Mäusen noch nichts anhaben konnte, gelang es einzelnen Varianten ab 2001, sich auch in den Nagetieren zu vermehren.
Anfang 2004 kam der Verdacht auf, dass auch Katzen von der Vogelgrippe infiziert werden könnten - ungewöhnlich, da Raubtiere normalerweise gegen Grippe immun sind. Im Oktober 2004 starben in einem thailändischen Zoo 29 Tiger, 30 weitere mussten eingeschläfert werden, weil auch sie infiziert waren. Vermutlich wurden sie mit erkranktem Geflügel gefüttert.
Wie aber steht es um die heimischen Stubentiger? Versuche in Holland zeigten, dass auch Katzen, die mit infIZiertem Geflügelfleisch gefüttert wurden, erkrankten. Andere Katzen, die mit den erkrankten Tieren zusammen waren steckten sich ebenfalls an, obwohl sie nicht infIZiertes Futter bekamen. Eine Verbreitung der Viren findet also offensichtlich auch über den Kot und die Atemluft der Tiere statt.
Auch Hunde scheinen nicht gegen das Virus immun zu sein. Thailändische Wissenschaftler fanden bei 629 Hunden, die sie auf Antikörper untersuchten bei 160 Tieren entsprechende Hinweise.
Wie groß ist denn nun das Risiko fürs hiesige Hausgetier an Vogelgrippe zu erkranken? Experten schätzen das Risiko als gering ein. Warum? Die Tiere müssten sehr große Virusmengen aufnehmen, um selber zu erkranken. Selbst wenn ein Haustier sich angesteckt haben sollte, scheidet es sehr wenige Viren wieder aus. Dementsprechend wird auch das Risiko für Menschen, sich auf diesem Wege zu infizieren, als sehr gering angesehen.

Besteht bei uns eine Gefahr, sich mit Vogelgrippe zu infizieren?

Nein. Zwar breitet sich der Erreger durch Zugvögel immer weiter aus, doch eine akute Gefahr für Menschen geht zurzeit nicht von der Vogelgrippe aus. Die Krankheitsfälle in Südostasien sind vor allem auf den sehr engen Kontakt mit MenSChen und infizierten Tieren zustande gekommen. Daher könne man die Vogelgrippe eher als eine Art Berufskrankheit bezeichnen, so die Sprecherin des Bernhard-Nocht-fnstituts für Tropenmedizin, Barbara Ebert, in Hamburg.
Und auch Naturliebhaber brauchen keine Angst beim Spaziergang durch Vogelschutzgebiete zu haben. Selbst wenn es dort infizierte Tiere geben sollte, geht keine akute Ansteckungsgefahr für Menschen von ihnen aus. Die für eine Übertragung nötige Vtrendosis liegt so hoch, dass in freier Natur keinerlei Gefahr für Menschen zu befürchten ist. Allein die Tatsache, dass es in Asien Millionen verendeter Vögel gibt, aber nur rund 60 Menschen an einer Infektion gestorben sind, zeigt. wie unwahrscheinlich eine Ansteckung hierzulande zurzeit ist.

Kann man sich durch Impfung vor der Vogelgrippe schützen?

Einen Impfstoff für Menschen, der direkt gegen die H5N1-Viren wirkt und der in Deutschland zugelassen ist, gibt es noch nicht.

Aber es gibt Anti-Virus-Medikamente, die bei Einnahme zu Beginn einer Grippe die Vermehrung der Vrren stören. Experten nehmen an, dass die Neuraminidase-Hemmer Tamiflu (vom Hersteller Roche) oder Relenza (GlaxoSmithKline) auch bei erkrankten Menschen mit Vogelgrippe helfen. Deutschland hat mehrere Millionen Chargen der Medikamente geordert.

Für Aufsehen haben jüngste Meldungen aus Vietnam gesorgt:

Dort soll sich ein 14-jähriges Mädchen bei ihrem Bruder mit dem Vogelgrippe-Erreger infiziert haben. Das Virus soll darüber hinaus auch durch eine Mutation resistent gegenüber dem bisher wirksamsten Mittel gegen Vogelgrippe, Tamiflu, geworden sein. Damit steigt die Sorge der Wissenschaftler, dass Tamiflu zur Bekämpfung einer potenziellen Grippe-Pandemie nicht ausreichend sein könnte.

Können Vogelgrippeviren auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden? Zurzeit scheint es nicht so zu sein, dass die akut grassierenden Vogelgrippe-Erreger direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Zwar ließen sich Folgeerkrankungen bei Menschen nachweisen, die mit Infizierten in Kontakt gekommen sind, doch verliefen diese Folgeerkrankungen sehr leicht. Der Grund dafür:

Vogelgrippeviren und menschliche Grippeviren unterscheiden sich zu stark voneinander.

Aber: Grippeviren verändern sich sehr schnell. Solche Mutationen können dazu führen, dass aus dem eigentlich für Menschen wenig gefährlichen Grippeviren hoch ansteckende Erreger entstehen. Solche Veränderungen können zum Beispiel in Schweinen vorkommen. Sie sind Träger sowohl menschlicher Grippeviren als auch von Vogelgrippeviren. Vor allem in Südostasien, wo Menschen mit Geflügel und Schweinen eng beieinander leben, ist die Gefahr groß, dass es zu diesen gefährlichen Mutationen kommt.

Neueste Untersuchungen am Erreger der Spanischen Grippe, der Grippeepidemie, der 1918 weltweit rund 20 bis 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen, belegen, dass auch in dem Fall ein mutiertes Vogelgrippevirus Auslöser für die bisher größte Pandemie in der Geschichte war.